guest@muellerchen:~$ cat solar-xmr-mining.md
Solar Powered XMR Mining
Balkonkraftwerke! Was für ein tolles Spielzeug 🙂
Ganze 600 W (bald vielleicht 800 W, wow) dürfen via Stecker direkt ins Hausnetz eingespeist werden. Das klingt erstmal wenig, hat sich aber im vergangenen Jahr auf fast 800 kWh gemausert und deckt oft die Grundlast, die im Haus immer anfällt. Das ist eine feine Sache und schont ein wenig den Geldbeutel.
Allerdings kommt man öfter auch in die Verlegenheit, dass man nicht so viel verbraucht, wie gerade aus der Solaranlage kommt — sprich: man speist in das Netz des Versorgers ein und bekommt dafür: richtig, gar nichts (außer einer Abrechnung von 0 Euro, danke EDIS).
Was macht man also mit dem überschüssigen Strom, den man selbst nicht verbraucht bekommt, wenn man es dem Versorger nicht gönnt? Kryptomining mit alten PCs.
Die Idee: Die Energiemessung ist schon da und ich weiß jederzeit, ob Strom ins Haus fließt oder ins Netz. Wenn der Zähler also ins Minus dreht, schalte ich einen alten PC via WOL ein und starte auf der Maschine nach dem Booten automatisch einen Krypto-Miner, der die CPU auf Volllast auslastet. Ich prüfe, ob der Zähler immer noch im Minus steht (also Strom an den Versorger geht) und schalte den nächsten ein … usw. Solange, bis der ganze schöne Solarstrom verbrannt ist. Geht der Zähler wieder ins Plus (ich muss also Strom vom Versorger beziehen und bezahlen), schaltet sich das Ganze in umgekehrter Reihenfolge wieder aus (bzw. in Standby).
Als Coin habe ich Monero (XMR) gewählt, weil er sich ganz auf CPUs minen lässt. XMRig ist ein einfach zu konfigurierender Miner, der auch einen Proxy mitbringt, um die Connections zum Mining-Pool zu minimieren.

So sieht das Setup jetzt aus
Server: Debian Linux — DNS, DHCP, WOL, PXE, Docker — Container: Node-RED, InfluxDB, Grafana
Hardware: Switch 10 Ports, Tasmota-Steckdose, ein paar Meter Erdkabel
Mining-PCs: 8 Desktops, 2 Notebooks (nur Board mit CPU und RAM, CPU-Lüfter), Debian minimal, XMRig, als USB-Boot oder PXE-Boot

Das sieht wild aus und das ist es auch. Dazu gibt es noch ein kleines Dashboard, damit man weiß, was los ist:

Alles ist aus der „Node-RED Standard Palette“ zusammengebaut — leider stürzen gerne mal die SSH-Nodes ab oder der Flow macht einen Reset und dann weiß er nicht mehr, welche PCs gerade laufen. Meine JavaScript-Skills sind eher „rudimentär“, sonst könnte man sicher auf die Hälfte der Nodes verzichten (die ersten Teile laufen schon via Python-Skript).
Aktuell läuft das Ganze mit 11 PCs, jeder bringt etwa 2–3 kHashes und braucht dafür pro Gerät ca. 40–60 Watt. Theoretisch kann ich damit 400–600 Watt Solarstrom verbrennen und in Monero umwandeln.
Lohnt sich das? Natürlich nicht. Das Setup läuft jetzt ca. ein halbes Jahr und hat bis jetzt 0,11703 XMR gebracht (aktuell ca. 17 Euro).
Verwendete Systeme / Configs
- Custom Debian Live Environment (CD oder USB)
- PXE Boot mit Docker